Museum macht Stark und Spaß

Kinder und Jugendliche sollen möglichst früh für das Museum begeistert werden. Ihnen sollte früh die Möglichkeit gegeben werden, ein Museum von innen kennenzulernen und in eine andere vergangene Welt einzutauchen, Teil davon zu werden. In der Praxis nicht immer so einfach. Deshalb gibt es das Projekt „Museum macht stark“ des Deutschen Museumsbundes. Es ermöglicht Kinder und Jugendlichen, verschiedene Angebote außerhalb der Schule im Museum kennenzulernen. Die Kompetenzen der Kinder und Heranwachsenden sollen besonders starke Beachtung finden und ernst genommen werden. Ihre Arbeitsergebnisse werden im Museum sichtbar und ausgestellt. Sie sollen das Museum nicht als einen Ort erleben, der nur vermittelt, sondern den sie auch mitgestalten können. Kinder und Jugendliche für die Arbeit eines Museums zu gewinnen, ist eine Herausforderung. Die Inhalte der Vermittlung müssen ansprechend und altersgerecht sein, so dass ein Zugang gewonnen wird.

Museale Vermittlung ist als kulturelle Bildung zu verstehen und muss als Teil der Allgemeinbildung für alle Kinder und Jugendlichen einfach zugänglich sein. „Museum macht stark“ soll den Kindern aufzeigen, welche Möglichkeiten ein Museum bietet und welchen Spielraum sie für lebenslanges Lernen bietet. Es geht bei diesem Projekt um die Kinder, die sich optimal und aktiv entwickeln sollen und nicht darum Museumsbesucher von morgen zu schaffen.

Insgesamt wurden im Jahr 2019 über 100 Projekte als Teil der Förderinitiative „Museum macht stark“ gefördert. Über 70 Museen waren beteiligt. Über 2000 Kinder und Jugendliche konnten somit einen  außerschulischen Zugang zum Museum erleben. Jedes Museum bietet einen Umfang an Erfahrungen und Erlebnissen, die Kinder nachhaltig für Museen begeistern. Es soll ermöglicht werden, ein Museum für sich sinnstiftend und dabei unterhaltend zu nutzen.

Meist haben Kinder anfangs eine gewisse Scheu vor einem Museum. Erfahren sie aber mehr über die Prinzipien und die Arbeit in einem Museum und die Ausstellungen, verlieren sie diese Schritt für Schritt diese anfängliche Scheu. Zum Beispiel erfahren die Kinder mehr über die Wirkung von Farben und über verschiedene Präsentationsformen sowie über verschiedene Medien, die genutzt werden können,  Exponatpräsentation, Beschriftung und vieles mehr. Es dreht sich alles um die Frage, wie ein Museum funktioniert. Welche Mittel werden eingesetzt, um die Dinge, die gezeigt werden, ins rechte Licht zu rücken? Museum darf eben auch Spaß machen. Dass „Spaß“ an einer Sache, neben „Interesse“ der Motivation zum Lernen und damit zum Bildungserfolg förderlich ist, ist in der Lerntheorie längst unumstritten. Dass außerdem Museumsbesuche, die Freude, Spaß und sozialen Austausch fördern, einen höheren Erlebniswert und damit nachhaltigeren Lernerfolg mit sich bringen können, sind Erkenntnisse, die Besucherforscher in diversen Studien herausgearbeitet haben.

Oft ist „Spaß“ als Komponente oder Unterziel nur in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angedacht. Dabei wünschen sich auch viele Erwachsene Wissenszugänge, die Spaß machen. Wie sonst ist es zu erklären, dass man immer wieder von Erwachsenen hört, sie würden beim Audioguide die Kinderführung wählen, denn „die macht einfach mehr Spaß!“.

Die amerikanische Museumsexpertin Nina Simon hat in ihrem Blog http://museumtwo.blogspot.de auch das Problem beim Humor im Museum klar benannt: Es könnte die Autorität untergraben. Eine Ausstellung könnte nicht ernsthaft genug erscheinen, die Vermittlung nicht kompetent genug. Doch es liegt an uns, selbstbewusst zu sein, die Vorzüge und Effekte von „Spaß“ zu kennen und auf unser Expertenwissen zu vertrauen.

Im Gegensatz zu alltäglichen Erfahrungen bleiben Erlebnisse und mit Spaß erworbenes Wissen im Gedächtnis. Wie können also nun Spaß und Emotion im Museum und der Ausstellung ermöglicht werden? Die Antwort ist ganz klar. Auch hierfür gibt es kein Patentrezept. Aber einige Möglichkeiten gibt es, die man im Museum umsetzen kann. Ich finde eine gelungene Willkommensatmosphäre, spannende Ausstellungsdramaturgien, Fragestellungen, die zum Nachdenken anregen, Objekte, die an die Lebenswirklichkeit der Besucher anknüpfen, Konzepte, die Besucher zu Handlungen ermutigen, überraschende Interventionen, eine gemütliche Sitzecke zum Verweilen und zum Austausch, freundliche und hilfsbereite Mitarbeiter, sind schon gute Garantien und Ideen für mehr Spaß im Museum.

Spaß, Unterhaltung, Freude und die Geschichte und Geschichten schaffen eine Verbindung, sie berühren Kinder und Erwachsene zugleich und prägen Erlebnisse. Genau aus diesem Grund bin ich mit Leidenschaft Museumspädagogin und Gründerin von „hallo Geschichte“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.